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Wohnen

Bei der Integration Geflüchteter spielt deren Lebensmittelpunkt eine zentrale Rolle. Innerhalb einer Erstaufnahmeeinrichtung oder Notunterkunft, dem ersten Lebensmittelpunkt der Flüchtlinge nach ihrer Ankunft, halten sich Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Religion sowie unterschiedlicher Familiensituationen auf engstem Raum auf. Eine solche Unterbringung birgt Konfliktpotential. Es ist daher wichtig, Geflüchteten so schnell wie möglich eigenen dezentralen Wohnraum zur Verfügung zu stellen und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich ihren eigenen Rückzugsort zu schaffen.

Bei der dezentralen Unterbringung von Flüchtlingen in Wohnungen gilt es zu berücksichtigen, dass es nicht in bestimmten Gebieten zu einer besonders hohen Konzentration von Flüchtlingen und Migranten kommt. Dies kann sich nachteilig auf den Erwerb der deutschen Sprache und die Integration in die Gesellschaft auswirken.

Durch die Unterbringung der vielen Flüchtlinge ist der Wohnungsmarkt in den Städten und Gemeinden des Kreises Coesfeld zum Teil bereits stark belastet. Hier ist die Schaffung von ausreichendem Wohnraum erforderlich, um eine angemessene Unterbringung in Zukunft (weiterhin) zu ermöglichen.

Ziele*:

  • Die Flüchtlinge im Kreis Coesfeld werden so weit wie möglich dezentral untergebracht.
  • Zwischen ausländischen und nicht-ausländischen Personen besteht eine Chancengleichheit bei der Suche nach geeigneten Wohnräumen.
  • Asylbewerber, Ausländer und Personen mit Migrationshintergrund interessieren und engagieren sich für ihr Wohnumfeld und verstehen sich somit als Teil der Gemeinschaft.

Handlungsempfehlungen*:

  • Bauleitplanung mit Verpflichtung zur Schaffung von Sozialwohnungen verknüpfen (z.B. angemessenen Prozentsatz von anzustrebenden Sozialwohnungen in einem Neubaugebiet festlegen)
  • Fiskalische Vergünstigungen für Eigentümerinnen und Eigentümer bei der Vermietung an sozial benachteiligte Personen prüfen
  • Persönliche Kontakte zwischen Vermietern und potentiellen Mietern (Geflüchtete, Menschen mit Migrationshintergrund) ermöglichen, ggfs. mit Hilfe von Ehrenamtlichen
  • Partizipationsmöglichkeiten durch z.B. gemeinsame Gestaltung des Umfeldes schaffen (Spielplätze, Parklandschaften etc.)
  • Stadtteilorientierte Möglichkeiten zur Begegnung schaffen
  • Vorhandene Freizeitaktivitäten bei der Gestaltung neuer Wohnräume verstärkt berücksichtigen
  • Mehrsprachige Informationen zum Thema Wohnungssuche und zu wohnungsrelevanten Fragen (Mietvertrag, Hausordnung etc.) zur Verfügung stellen
  • Personen mit eigenem Migrationshintergrund im Bereich Wohnungsunternehmen und Wohnungsverwaltungen als Arbeitnehmer beschäftigen

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*Die genannten Ziele und Handlungsempfehlungen stellen im Einzelnen nicht zwingend die Sicht des Kommunalen Integrationszentrums dar. Im Rahmen des Integrationskonzeptes wurden diese in Zusammenarbeit mit Akteuren aus dem Kreis Coesfeld erstellt.