>>Hinweis zur Online-Übersetzung

Kultur und Religion

Vor Krieg und Verfolgung flüchtende Menschen bringen wenig Habseligkeiten mit. Aber ihre kulturellen Traditionen und Vorstellungen und ihre Religiösität begleiten sie natürlich in das Zielland und bieten dort – konfrontiert mit z.T. völlig anderen Glaubens- und Wertvorstellungen der heimischen Bevölkerung – oftmals ein „Gerüst von Sicherheit“. Die aufnehmende Gesellschaft zeigt sich hier bisher überwiegend interessiert, beobachtend und abwartend, abgesehen von den haupt- und ehrenamtlichen Helfern mit direkten Kontakten zu den Geflüchteten häufig wohl auch aufgrund fehlenden Wissens über die kulturellen Hintergründe. Insgesamt herrscht eher ein Klima der Toleranz vor.

Eine große Gefahr für eine gelingende Integration stellen allerdings die religiös motivierten (Terror-)Anschläge dar. Spätestens seit den Anschlägen vom 11. September sorgen sich viele Menschen ob der Frage „Ist der Islam eine gefährliche, gewalttätige Religion?“. Hier ist dringend gegenseitige Aufklärung erforderlich. Hier sind insbesondere auch die religiösen Führer der heimischen islamischen Religionsgemeinschaften gefragt.

Ziele*:

  • Akzeptanz und Toleranz gegenüber den unterschiedlichen Kultur- und Religionszugehörigkeiten sowie den damit verbundenen Traditionen und Gebräuchen innerhalb der Bevölkerung im Kreis Coesfeld sind gegeben.
  • Geflüchtete und Ausländer kennen und akzeptieren die heimische Kultur. Die religiösen (oder atheistischen) Überzeugungen und die damit verbundenen Traditionen und Gepflogenheiten werden akzeptiert.
  • Eine Übersicht über einzelne kulturelle und religiöse Gemeinden und Vereine im Kreis Coesfeld ist erstellt.

Handlungsempfehlungen*:

  • Begegnung und Austauschmöglichkeiten für Geflüchtete, Ausländer und Deutsche schaffen
  • Kulturfeste (Kirmes etc.) vermehrt anbieten
  • Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Glaubensgemeinden forcieren
  • Aufklärung über Riten und Gebräuche sowie von Lebenseinstellungen bieten
  • Erstellung eines multikulturellen Kalenders mit allen religiösen Festen
  • Abbau von Vorurteilen gegenüber anderen Kulturen und Religionen durch offene Thematisierung der Parallelen und Unterschiede forcieren (z.B. in Kitas und Schulen)
  • Öffentlichkeitsarbeit ausweiten (z.B. Aufklärung durch Medien, Veranstaltungen undInformationsbroschüren zum Thema Kultur und Religion)
  • Involvierung der Leitungen der verschiedenen Religionsgemeinschaften in Informations- und Aufklärungsarbeit

Seitenanfang

*Die genannten Ziele und Handlungsempfehlungen stellen im Einzelnen nicht zwingend die Sicht des Kommunalen Integrationszentrums dar. Im Rahmen des Integrationskonzeptes wurden diese in Zusammenarbeit mit Akteuren aus dem Kreis Coesfeld erstellt.