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Jugend- und Sozialarbeit

Die Jugend- und Sozialarbeit befasst sich mit den in der Freizeit stattfindenden Bildungs- und Sozialisationsprozessen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 6 bis 26 Jahren. Sie baut auf den Interessen der Zielgruppen auf. Die Angebote der Jugend- und Sozialarbeit finden in der Regel in Jugendeinrichtungen (Jugendtreffs, Jugendzentren etc.) statt bzw. werden von diesen initiiert.

Neben der Aneignung von personalen und sozialen Kompetenzen werden durch die Jugend- und Sozialarbeit Möglichkeiten geschaffen, neue Erlebniswelten zu erfahren und zu erschließen. Mit den pädagogisch, bildungs- und freizeitorientierten Angeboten der Jugend- und Sozialarbeit werden Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene dabei unterstützt, alltägliche Problematiken zu bewältigen und neue individuelle Lebensperspektiven zuschaffen. Demnach richten sich die Angebote der Jugend- und Sozialarbeit nicht nur an benachteiligte Personengruppen, sondern an alle Interessierten.

Strukturmerkmale der Jugend- und Sozialarbeit sind:

  • Angebote finden auf freiwilliger Basis statt
  • eine Vielzahl von Organisationen und Träger sind vertreten
  • Inhalte, Methoden und Arbeitsformen sind facettenreich
  • Partizipation der Zielgruppen durch Mitbestimmung, Mitgestaltung und Selbstorganisation
  • Ergebnisse und Prozesse sind offen
  • Angebote sind alltags- und lebensweltorientiert
  • Angebote werden überwiegend auf ehrenamtlicher Basis betreut

Träger der Einrichtungen im Kreis Coesfeld sind lokale Vereine, Kirchengemeinden sowie Kommunen. Zu den Angeboten der offenen Einrichtungen im Kreis Coesfeld zählen:

  • geschlechtsspezifische und zielgruppenorientierte Angebote
  • offene Angebote wie z.B. Veranstaltungen, Beratungs- und Hilfsangebote, Ferienprogramme
  • regelmäßige Angebote (z.B. AGs, Kurse) zu den Bereichen Kreativität, Gemeinschaft, Sport, Schule
  • mobile Jugendarbeit (Aufsuchen von öffentlichen Jugendtreffpunkten und Betreuung informeller Cliquen)
  • Elternarbeit
  • Kooperation mit anderen sozialen Diensten und Institutionen aus dem Bereich der Kinder- und Jugendarbeit

Junge Geflüchtete und Jugendliche mit Migrationshintergrund haben im Kreis Coesfeld innerhalb der Angebote der Jugend- und Sozialarbeit die Gelegenheit, niedrigschwelligen Zugang zu einer Gemeinschaft zu finden. Zudem können sie die Angebote als Beschäftigungs- und Strukturmöglichkeiten nach der Schule nutzen.

Durch gemeinsames Handeln und Aktiv werden aller Personen, gleich welcher Herkunft, erhalten Geflüchtete innerhalb der Angebote zudem die Möglichkeit, erste Einblicke in die deutsche Sprache zu erhalten. Es findet also, wenn auch nur niedrigschwellig und nicht im Fokus stehend, Spracherwerb statt. Einrichtungen der Jugend- und Sozialarbeit bieten somit die Möglichkeit des Austausches und Kennenlernens unterschiedlicher Nationalitäten und Kulturen. Speziell für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (umFs) können die Angebote der offene Einrichtungen eine wichtige erste Anlaufstelle und Unterstützung bei persönlichen und allgemeinen Problemen sein. Im Kreis Coesfeld wird dies bereits auch durch aktives Zugehen auf die Jugendlichen in den einzelnen Unterkünften verfolgt.

Ziele*:

  • Geflüchtete Jugendliche und junge Erwachsene kennen das Angebot der offenen Jugend- und Sozialarbeit und sind über die örtlichen Einrichtungen informiert.
  • Geflüchtete nehmen bestehende Angebote der Jugend- und Sozialarbeit gemeinsam mit deutschen Jugendlichen wahr.
  • Jugendliche mit Migrationshintergrund und ausländischer Herkunft engagieren sich in der Jugendarbeit (in Jugendzentren).

Handlungsempfehlungen*:

  • Förderung von Angeboten im Sinne des Kinder- und Jugendförderplans des Kreises Coesfeld
  • Informationen, Aufklärungsarbeit, Programme gegen Rassismus etc.
  • Engere Vernetzung der beteiligten Behörden und der Organisationseinheiten untereinander und innerhalb der Verwaltungen, Wohlfahrtsverbänden usw., auch um gemeinsame Ressourcen besser einsetzen zu können
  • Ressourcenbündelung, um öffentliche Fördermittel (Sonderförderung, Programme des Landes und des Bundes) leichter in Anspruch nehmen zu können
  • Schaffung von Lernräumen und alltagspraktischen Austauschmöglichkeiten für Geflüchtete und Menschen mit Migrationshintergrund
  • Erstellung einer Datenbank mit bestehenden Angeboten innerhalb der offenen Jugend- und Sozialarbeit im Kreis Coesfeld
  • Unterkunftsnahe, dezentrale oder mobile Anlaufstellen für Jugendliche (auch Geflüchtete) schaffen
  • Einbindung der Eltern zur Stärkung der Eigenverantwortung
  • weitere Aktivierung und Motivierung der Ehrenamtlichen

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*Die genannten Ziele und Handlungsempfehlungen stellen im Einzelnen nicht zwingend die Sicht des Kommunalen Integrationszentrums dar. Im Rahmen des Integrationskonzeptes wurden diese in Zusammenarbeit mit Akteuren aus dem Kreis Coesfeld erstellt.

Ansprechpartner/innen im Kommunalen Integrationszentrum:

Valerie Malberg-Gerle

Tel.: 02541/18-9403

valerie.malberg-gerle(at)kreis-coesfeld.de